Dresden als Smart City?

Smart aber planlos.

Was verbirgt sich hinter der sogenannten Smart-City-Strategie der Stadt Dresden? Die Vision einer smarten Stadt, die ihren Idealzustand durch automatisierte, intelligente Prozesse erreicht und damit effizienter, technologisch fortschrittlicher, gesünder, grüner und sozial inklusiver wird, ist verlockend. Eben dies wird auch in der über 50 Seiten starken Verwaltungsvorlage zur „Smart-City-Strategie“ beworben.
Bei näherer Befassung stellt sich jedoch heraus, dass es sich nicht um eine umfassende Strategie, sondern um neun einzelne Modellprojekte handelt, die nebeneinander herlaufen sollen und nicht ineinandergreifen. Dafür werden Fördergelder vom Bund bereitgestellt. Die förderfähigen Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 19 Mio. Euro, davon müssen 35 % Eigenmittel (rund 6,6 Mio. Euro) durch die Stadt aufgebracht werden.

Das Thema Smart City ist zu komplex und zu bedeutsam, als dass man sich planlos und nur mit Blick auf mögliche Fördergelder hineinstürzt. Der Begriff smart fungiert als ein Verkaufslabel und wird gerade von großen Digitalkonzernen als Lösung für Städte vermarktet. Doch es muss klar die Frage gestellt werden: Wem gehören die Daten und wer profitiert davon? Die Vorstellung, urbane Räume wie auf einem Smartphone zu steuern, birgt die Gefahr der Privatisierung politischer Prozesse. Die Stadt wird so zur funktionierenden Maschine, in der aber die Bürgerinnen und Bürger am Ende nicht mehr als ein Anhängsel der digitalen Infrastruktur sind.

LINKE-Stadträtin Katharina Hanser sagt dazu: „Dresden braucht eine übergreifende Gesamtstrategie und eine politisch, digitale Agenda, die den Grundstein für eine smarte, gemeinwohlorientierte Kommune legt und damit den tatsächlichen Mehrwert in den Mittelpunkt stellt.“

 

24. Juli 2023